Blaue Lotus (Nymphaea caerulea), auch bekannt als ägyptischer blauer Wasserlilie, gehört zu den ältesten rituellen Pflanzen der Menschheit. Schon im alten Ägypten wurde er mit Entspannung, Meditation und spirituellen Zeremonien in Verbindung gebracht. Heute steigt das Interesse an ihm wieder, und damit auch die Fragen: Wie bereitet man Tee aus blauem Lotus zu, welchen Zweck hat er, wie schmeckt er und worauf sollte man achten?
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Was ist blauer Lotus und warum wird Tee daraus zubereitet?
Bevor wir mit der Zubereitung beginnen, ist es gut zu wissen, womit wir es zu tun haben. Blauer Lotus ist eine Wasserpflanze, die ursprünglich aus dem Nilgebiet stammt. Getrocknete Blüten wurden traditionell zur Zubereitung von Getränken oder Mazeraten verwendet, die Teil von Ritualen, Festen und meditativen Praktiken waren.
Blauer Lotus enthält zwei Hauptalkaloide: Nuciferin und Apomorphin. Diese Stoffe sind nicht aggressiv, besitzen jedoch ein sanftes psychoaktives Potenzial, das historisch mit folgenden Effekten verbunden ist:
- tiefe Entspannung von Körper und Geist,
- leichte Euphorie,
- Unterstützung von Schlaf und lebhaften (klaren) Träumen,
- aphrodisierende Wirkungen.
Es ist wichtig zu betonen, dass es sich nicht um ein Heilmittel handelt und die Nutzung heute eher als ethnobotanische oder entspannende Praxis angesehen wird.
Welche Teile des blauen Lotus werden verwendet?
Für die Tee-Zubereitung werden verwendet:
- getrocknete Blüten des blauen Lotus,
- meistens Blütenblätter oder ganze Blüten.
Die Qualität des Rohmaterials spielt eine entscheidende Rolle. Die Blüten sollten:
- sauber,
- schimmelfrei,
- richtig getrocknet,
- frei von anderen Pflanzenteilen sein.
Wie bereitet man Tee aus blauem Lotus Schritt für Schritt zu?
Die häufigste und schnellste Methode, blauen Lotus zu genießen, ist die Zubereitung eines heißen Aufgusses. Dieses Ritual ist ideal zur Abendentspannung nach einem anstrengenden Tag.
Was Sie benötigen:
- 3–5 Gramm getrocknete Blüten des blauen Lotus (ca. 1–2 Esslöffel),
- 250–300 ml heißes Wasser,
- Honig oder Agavensirup zum Süßen (der Aufguss ist von Natur aus leicht bitter),
- Zitrone (optional).
Zubereitung:
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Wasser: Bringen Sie das Wasser zum Kochen, lassen Sie es jedoch nicht sprudelnd kochen. Die ideale Temperatur liegt bei etwa 80–90 °C. Zu kochendes Wasser könnte die empfindlichen Alkaloide zerstören und die Bitterkeit verstärken.
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Aufgießen: Geben Sie die getrockneten Blüten in eine Kanne oder Tasse und gießen Sie heißes Wasser darüber. Abdecken und 10–15 Minuten ziehen lassen.
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Abseihen: Nach dem Ziehen sollte das Wasser goldfarben bis leicht violett sein. Den Tee abseihen. Die Blüten müssen nicht sofort entsorgt werden, oft vertragen sie auch einen zweiten (schwächeren) Aufguss.
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Verfeinern: Blauer Lotus hat einen erdigen bis blumigen Geschmack mit leicht bitterem Nachgeschmack. Ein Löffel Honig oder ein Spritzer Zitrone mildert den Geschmack.
Interessant: Pharaonenwein
Historiker vermuten, dass die alten Ägypter Lotus nicht nur als Tee nutzten, sondern ihn in Wein einlegten. Alkohol wirkt als Lösungsmittel für Alkaloide und die Effekte konnten intensiver erlebt werden. Heute wird diese Praxis eher als kulturelle oder historische Besonderheit gesehen. Wenn Sie experimentieren möchten, beachten Sie stets die örtlichen Gesetze und sichere Dosierungen.
Wie schmeckt der Tee aus blauem Lotus?
Der Geschmack ist:
- leicht blumig,
- leicht süßlich,
- mit kräuterigen Noten.
Der Tee ist eher eine leichte und beruhigende Alternative zu klassischen Kräutertees.
Welche Wirkungen sind zu erwarten?
Blauer Lotus ist kein Kraut, das einen „außer Gefecht setzt“. Seine Wirkung wird als sanft, traumhaft und beruhigend beschrieben:
- Erste 20 Minuten: Leichte Entspannung der Muskeln.
- Nach 45 Minuten: Gefühl innerer Ruhe, leichte Euphorie und erhöhte Sinneswahrnehmung (Musik, Berührung).
- Schlaf: Unterstützt tieferen Schlaf und erhöht die Wahrscheinlichkeit, sich an Träume zu erinnern.
Sicherheit und worauf zu achten ist
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Dosierung: Beginnen Sie mit einer niedrigen Menge, um zu sehen, wie Ihr Körper reagiert.
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Führen von Fahrzeugen: Trinken Sie nicht und bedienen Sie keine Maschinen unmittelbar nach der Einnahme.
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Kombination: Nicht mit beruhigenden Substanzen oder verschreibungspflichtigen Medikamenten kombinieren.
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Schwangerschaft und Stillzeit: Blauer Lotus wird für schwangere und stillende Frauen nicht empfohlen.
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In einigen Ländern wird blauer Lotus nur als Sammler- oder Dekorationsobjekt verkauft. Beachten Sie stets die örtliche Gesetzgebung.
Fazit
Die Zubereitung von Tee aus blauem Lotus ist ein einfacher und ruhiger Prozess, der Geschichte, Natur und moderne Entschleunigungsrituale verbindet. Wenn man ihn mit Respekt und Maß genießt, kann er eine interessante Bereicherung für das Tee-Repertoire sein – jedoch kein Wundermittel.