Die Frage der Legalität von Hanfprodukten in Deutschland hat im Jahr 2024 durch das neue Cannabisgesetz (kurz CanG) grundlegende Änderungen erfahren. Obwohl Cannabigerol (CBG) immer häufiger zum Thema wird, ist die rechtliche Situation nicht so einfach, wie es auf den ersten Blick scheint. CBG als Substanz ist in Deutschland nicht verboten, doch die Legalität konkreter Produkte hängt von der Erfüllung strenger Bedingungen ab und bewegt sich oft in einer rechtlichen Grauzone.
Bevor Sie tief in diese rechtliche Analyse eintauchen, empfehlen wir Ihnen unseren Grundsatzartikel Was ist CBG und wie wirkt es? zu lesen, um den Unterschied zwischen dieser Substanz und den bekannteren Cannabinoiden zu verstehen.
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Rechtlicher Status von CBG
Die tragende Säule der deutschen Drogenkodifizierung ist das Betäubungsmittelgesetz (BtMG). Die gute Nachricht für Verbraucher und Händler lautet: CBG ist im BtMG nicht als verbotene oder kontrollierte Substanz aufgeführt.
Warum verbietet das Gesetz CBG nicht?
Dies liegt vor allem daran, dass CBG nicht psychoaktiv ist. Im Gegensatz zu THC verursacht es keinen Rauschzustand und weist kein Missbrauchspotenzial als Droge auf. Aber Vorsicht: Das deutsche Recht funktioniert nicht nach dem Prinzip „Was nicht auf der Liste steht, ist uneingeschränkt erlaubt“. Dass die Substanz an sich nicht verboten ist, bedeutet nicht automatisch, dass jedes Produkt mit diesem Inhaltsstoff legal ist.
Die Falle namens Novel Food Regulation
Hier stoßen Online-Shops auf das größte Hindernis. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) stuft Hanfextrakte (einschließlich CBG) unter die Verordnung für neuartige Lebensmittel (Novel Food Regulation) ein. Das bedeutet, dass CBG-Produkte in der EU nicht offiziell als herkömmliche Nahrungsergänzungsmittel zugelassen sind. Um rechtliche Konflikte mit dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) zu vermeiden, bieten Händler ihre Produkte oft unter alternativen Bezeichnungen an, wie etwa als „Aroma-Öle“ oder „Sammelobjekte“.
Auswirkungen des Cannabisgesetzes (CanG) von 2024
Die neue Gesetzgebung hat zwar den Besitz und Anbau von THC für den Eigenbedarf von Erwachsenen teilweise legalisiert, löste jedoch paradoxerweise nicht den klaren kommerziellen Status von CBG-Produkten. Das CanG hat zwar das gesellschaftliche Stigma von Hanf gemildert, doch die administrativen Regeln für Verkäufer von Extrakten bleiben weiterhin streng, weshalb sich der Markt nach wie vor in einer gewissen rechtlichen Grauzone befindet.
Unterschied zwischen CBG und THC im Gesetz
Aus rechtlicher Sicht besteht ein gewaltiger Unterschied zwischen CBG und THC im Gesetz. Während THC in Deutschland weiterhin als Betäubungsmittel mit spezifischem Kontrollregime eingestuft wird, gilt CBG als legales Hanfderivat, sofern es die strengen Grenzwerte einhält.
Der Mythos um den THC-Grenzwert von 0,3 %
Oft liest man, dass ein THC-Gehalt von unter 0,3 % die magische Grenze der Legalität sei. Die Realität ist jedoch weitaus komplexer:
- Herkunft des Grenzwerts: Der THC-Grenzwert von 0,3 % stammt aus der EU-Verordnung für den Anbau von Industriehanf (auch als Nutzhanf bekannt). Er ist kein automatischer Freibrief für die Legalität des Endprodukts im Verkaufsregal.
- Bedingung der Missbrauchseignung: In Deutschland gilt, dass auch wenn ein Produkt weniger als 0,3 % THC enthält, der Verkauf so gestaltet sein muss, dass ein Missbrauch zu Rauschzwecken ausgeschlossen ist. Sollten Behörden urteilen, dass aus dem Produkt eine berauschende Menge THC extrahiert werden könnte, kann es als illegal eingestuft werden.
Isolat vs. Full-Spectrum: Rechtliche Sicherheit
Hinsichtlich des Gesetzes gibt es Unterschiede bei der Kaufsicherheit:
- CBG Isolat: Enthält 99 % CBG und 0,0 % THC. Aus rechtlicher Sicht ist dies die sicherste Wahl, da das Risiko im Zusammenhang mit dem THC-Grenzwert und einem potenziellen Missbrauch vollständig entfällt.
- Full-Spectrum (Vollspektrum): Enthält das gesamte Spektrum an Cannabinoiden einschließlich Spuren von THC (bis zu 0,3 %). Hier ist größere Vorsicht geboten und es sollten strikt Laboranalysen eingefordert werden.
Was Verbraucher beim Kauf beachten sollten
Als Verbraucher sollten Sie vorsichtig sein, um rechtliche und gesundheitliche Risiken zu vermeiden (getreu dem Motto: Was Verbraucher beim Kauf beachten sollten). Nicht jedes Produkt, das legal erscheint, entspricht den strengen deutschen Normen.
Rechtliche Nuancen: CBG-Blüten vs. CBG-Öle
Das Gesetz betrachtet verschiedene Produktformen sehr unterschiedlich:
- CBG-Öle und Kosmetik: Diese werden im Allgemeinen als sichere und legale Produkte akzeptiert, sofern sie den THC-Grenzwert nicht überschreiten und nicht mit unzulässigen Heilversprechen beworben werden.
- CBG-Blüten (Infloreszenzen): Dies ist die riskanteste Kategorie. Für die Polizei sind sie optisch und geruchlich nicht von verbotenem Marihuana zu unterscheiden. Die deutsche Judikatur hat zudem in der Vergangenheit geurteilt, dass der Verkauf von Blüten an Endverbraucher problematisch ist, da ein Missbrauch zu Rauschzwecken nicht zu 100 % ausgeschlossen werden kann. Beim Kauf von Blüten riskieren Sie daher die ersatzlose Beschlagnahmung durch die Behörden.
Drei Säulen für einen sicheren Kauf
Damit Ihr Kauf gesetzeskonform ist, halten Sie sich an diese Regeln:
- Laboranalysen (CBG Laboranalyse): Verlangen Sie immer ein Analysezertifikat (kurz CoA). Dies ist Ihr einziger Beleg dafür, dass das Produkt den legalen THC-Grenzwert einhält. Kaufen Sie niemals ohne verfügbare Tests.
- Marketing- und Heilversprechen (Health Claims): Wenn ein Händler behauptet, dass CBG Krebs oder Depressionen „heilt“, verstößt er gegen das Gesetz. Ein seriöser CBG Shop hält sich an Fakten zur Unterstützung von Vitalität und Fokus.
- Sitz des Händlers und Glaubwürdigkeit: Meiden Sie anonyme Marktplätze. Kaufen Sie bei Händlern mit Sitz in der EU, die die Herkunft ihres Hanfs transparent kommunizieren.
Der Markt für Hanfprodukte kann unübersichtlich und voll von Fallen für unglaublich billige, aber illegale oder minderwertige Produkte sein.
Vereinfacht gesagt: In Deutschland ist der Besitz von CBG unproblematisch, aber es kann Probleme geben, wie das Produkt hergestellt, gekennzeichnet und verkauft wird.